Der Abschied von zu Hause
Sie können in Ruhe zu Hause von ihrem Verstorbenen Abschied nehmen. Manchem mag vielleicht der Gedanke, mit einem Toten im Haus zu sein, im ersten Moment unangenehm sein. Es erweist sich aber später oft als hilfreich, wenn sich die Angehörigen ausreichend Zeit genommen haben, sich vom Verstorbenen zu verabschieden.
Eine Totenwache gemeinsam mit Freunden und Verwandten kann sehr dabei helfen, das Unfassbare des Todes zu begreifen und zu verarbeiten. Sie können eine Kerze anzünden, Blumen, ein Kreuz, vielleicht Weihwasser aufstellen. Ein gemeinsames Gebet (Rosenkranz, Vater unser oder Sterbegebete aus dem Gotteslob Nr. 79) oder von dem zu reden, was einem mit dem Verstorbenen verbunden hat, was man an Schönem und Schlimmen gemeinsam erlebt hat, kann sehr hilfreich für alle Trauernden sein. Aber auch das gemeinsames Schweigen und das schlichte Ausharren beim Toten kann etwas sehr Tröstliches sein.
Das Trauergespräch
Im Trauergespräch mit Ihrem Seelsorger (Pfarrer oder Gemeindereferent) können Sie Ihre Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen. Sprechen Sie darüber, wie Ihnen zumute ist und was die oder der Verstorbene Ihnen bedeutet hat. Führen Sie sich noch einmal vor Augen, welche Stationen dieses Leben genommen hat und was Sie davon gemeinsam erlebt haben. Dabei geht es um das, was im Leben gelungen ist, genauso wie um das, was möglicherweise schwierig war oder unvollendet geblieben ist. Ihr Seelsorger wird alles, was gesagt wird, vertraulich behandeln. Nur mit Ihrem Einverständnis werden die Inhalte des Trauergesprächs in der Traueransprache aufgegriffen. Das Trauergespräch dient auch dazu, mit Ihnen den Ablauf der Trauerfeier zu besprechen.
Die Trauerfeier - dem Abschied eine Form geben
Die kirchliche Trauerfeier in Form eines Gottesdienstes ist ein würdevoller Abschied von Verstorbenen. Den Angehörigen wird Trost und Halt gespendet. Die biblischen Texte geben der Klage, der Verzweiflung und der Verlassenheit Ausdruck, und sie sprechen von der Hilfe und von der Zuwendung Gottes, die wir erfahren, und der Auferstehungshoffnung.
Trauerzeit
Für die Länge des Weges der Trauer gibt es kein Maß, das für alle gilt. Manche Menschen sind nach Tagen und wenigen Wochen „darüber hinweg“, andere brauchen für ihre Trauer Monate und Jahre. Dies ist normal, denn so verschieden sind wir Menschen. Lassen Sie sich Zeit – egal, was die anderen sagen. Gehen Sie Ihren Weg, so wie er für Sie passt.
Anregungen für die Zeit der Trauer
- Seien Sie gut zu sich selbst. Nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Grenzen. Achten Sie darauf, wo sie gebraucht werden - und übernehmen Sie sich nicht.
- Gönnen Sie sich genug Ruhepausen.
- Pflegen Sie sich und ihren Körper - durch Bewegung und Ruhe, richtige Ernährung und wohltuende Körperpflege.
- Drücken Sie aus, was sich Ihnen so eingedrückt hat - vielleicht durch Tagebuchschreiben, Malen, Dichten, Musizieren...
- Treffen Sie anfangs möglichst keine wichtigen und großen Entscheidungen wie Wohnungsänderung, neue Partnerschaft, Berufswechsel, Umräumen der Wohnung oder ähnliches. Irgendwann kommen innere Impulse oder äußere Notwendigkeiten, denen Sie dann folgen.
- Das Bedürfnis, mit dem Verstorbenen innerlich verbunden weiterleben zu wollen, ist in Ordnung. Vielleicht gehen Sie gemeinsame Wege noch einmal ab, besuchen gemeinsame Orte, sprechen laut mit dem Verstorbenen, stellen eine Kerze und ein Foto auf, bitten ihn um Hilfe, lassen sich von Freunden von ihm erzählen usw. Horchen Sie in sich hinein, was Ihnen gut tut und auch, was Sie lieber ruhen lassen wollen.
- Manchmal ist es gut, sich abzulenken.
- Eine Hilfe ist ein geregelter Tagesrhythmus mit festen Zeiten und Aufgaben.
- Bitten Sie andere um konkrete Hilfe und nehmen Sie Hilfe an.
- Wenn Sie das Gefühl haben, es verändert sich über lange Zeit nichts in Ihrem Erleben, dann suchen Sie sich eine hilfreiche Beratung - z.B. bei einem Seelsorger, bei einer Beratungsstelle oder Sie wenden sich an die Telefonseelsorge.