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Osterpredigt und Impressionen von den Kar- und Ostertagen in der PG Elsenfeld

Die Kar- und Ostertage waren wieder sehr bereichernd! Sie finden hier die wunderbare Osterpredigt von Claudia Kloos zum Nachlesen und weiter unten auf dieser Seite einige Impressionen in unserer Bildergalerie.

Osterpredigt

„Er ist nicht hier“ – so lautet die Osterbotschaft aus dem Grab Jesu – „er ist euch vorausgegangen nach Galiläa“, also in seine wirkliche Heimat. Durchaus verständlich, dass die beiden Marias geschockt sind und panisch die Flucht ergreifen…..

An diesem dramatischen Punkt im Matthäusevangelium wird von Furcht und großer Freude erzählt – ein interessantes Gemisch aus Gefühlen, so denke ich mir, dass sicher nicht in erster Linie an Hoffnung und Freude denken lässt….. „Er ist nicht hier!“ - das ist die Osterbotschaft, die alles entscheidet!

Stellen wir uns vor, wir feiern heute Ostern und keiner kommt um mit uns zu sein, unsere Botschaft und unseren Glauben mit uns zu feiern. Weil uns keiner mehr glauben kann, dass wir in Gott alles erwarten dürfen. Ja, wir feiern wirklich groß unseren Lebensanfang, den Eintritt ins Leben und auch unser Lebensende in Würde und wunderbaren Worten von der Hoffnung – aber wir lieben, so meine ich wirklich, hier und da zu wenig das DA-ZWISCHEN!

Wir sprechen in den letzten Wochen viel über die Lage der großen und kleinen Welt:
Wie können wir Ostern feiern, wenn die Fülle des Lebens eben nicht für Jeden und Jede geschenkt ist?
Wie können wir von der Fülle sprechen, wenn Menschen leiden an Körper und Seele, wenn sie um ihre Heimat bangen, um das Leben ihrer Kinder,
wenn Machtapparate einzelner Staaten kriegerische Konflikte neu entfachen, Völker leiden und es keinen Ausweg gibt in so vielen Regionen der Welt auf Frieden und Gerechtigkeit?
Wie können wir von Segen sprechen, wenn Menschen nichts Gutes zugesagt ist, weil sie missachtet, ausgeschlossen, gemobbt, gehasst und geächtet werden;
wenn radikale Kräfte zunehmen, Botschaften des Glaubens und der Hoffnung missbraucht und instrumentalisiert werden – besonders in unserem geliebten Heiligen Land – der Heimat unserer Glaubenshoffnung Jesus Christus?
Wie können wir heute Halleluja singen, wenn unzählige Menschen schwer erkranken an Körper und Seele, wenn Menschen unermesslich leiden, weil ihnen medizinische Hilfe nicht zuteil wird, wenn plötzlich ein geliebter Mensch stirbt?

Können wir mit dem Blick auf all das ruhigen Gewissens Ostern feiern, das Wunder der Auferstehung, das Fest des Lebens? Ist es nicht eine Provokation von der Liebe zu sprechen, die den Tod besiegt hat? Sollten wir nicht ehrlicherweise am Karfreitag bleiben, beim Tod am Kreuz oder einfach den Karsamstag weiter aushalten, den Tag der Grabesruhe, der Trauer und des Schweigens?

Je mehr diese Gedanken kreisen wird mir klar: NEIN!

Gerade TROTZ der scheinbar ausweglosen Lage von Leid und Tod in der Welt, im Großen wie im Kleinen - TROTZ des katastrophalen Zustands unserer Welt und unserer Schöpfung dürfen wir nicht schweigen. Noch nie, so glaube ich, war unsere Botschaft des Evangeliums, die Botschaft von Auferstehung und neuen Lebens wichtiger denn je für unser DA-ZWISCHEN! Wir glauben an einen Gott, der den Karfreitag mitgelitten und durchlitten hat, bis in den Tod. Er ist nicht der unverwundbare strahlende Held, das ist nicht Gottes Wirklichkeit!

Denn wenn wir schweigen, dann siegen diejenigen, die wollen, das alles beim Alten bleibt, ja dann hätten die, die Gewalt und Hass predigen noch einmal gesiegt! Wir dürfen uns unsere Botschaft der Hoffnung nicht nehmen lassen! Seien wir mutig, hoffnungsvoll – denn Jesus ist nicht am Tod vorbei auferstanden, sondern mitten hindurch. Die beiden Marias am Grab erleben in ihre Trauer um den Freund und Gefährten hinein DIE Begegnung schlechthin. Mitten in die Tränen hinein kommt er ihnen entgegen – er begrüßt sie und sie wagen es auf ihn zuzugehen, sie werfen sich vor ihm nieder und umfassen seine Füße. Sie können das Unglaubliche nicht glauben, sie müssen es be-greifen! Jesus gibt ihnen den Auftrag die Botinnen der Hoffnung auf ihn und mit zu sein – sie sollen Botinnen sein ohne Angst und Zaghaftigkeit – mutig und entschlossen, ohne Furcht sondern voller Freude sollen sie verkünden, dass er in Galiläa zu finden ist!

Für die HörerInnen und LeserInnen, für uns ALLE! ist das Osterevangelium eine Herausforderung: Nun geh DU! ihm nach, hinter ihm her, setz sein Wirken fort, sein Wirken des Friedens, der Liebe und der Botschaft vom Reich Gottes in aller Fülle, auch wenn es schwer wird, wenn es hoffnungslos erscheint, wenn es dunkel um dich ist…. Denn Gottes Ankunft ist greifbar, dass man doch jetzt und hier Zeugnis geben kann und sie zeigen muss – das geht nur durch uns!

Nehmen wir uns an den beiden Marias ein Beispiel! Gestalten wir unser DA-ZWISCHEN im Leben! Singen wir heute lauthals mit Tränen in den Augen und dem noch etwas schweren Herzen unser Halleluja und unser Osterlob. Gehen wir hinaus, TROTZ allem Dunkel unserer Welt und sprechen hoffnungsvolle Worte, geben wir Zeugnis von der Liebe Gottes in unseren Taten und leben wir so, dass die Menschen aufmerksam und erstaunt über uns sind, denn wir gehören zu Jesus Christus!

Dort wo die Sonne aufgeht, werden wir ihn in unserem Galiläa finden!

Ostern kann alles ändern, es hat es schon einmal geschafft!
Halleluja – AMEN.

Claudia Kloos