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"Gemeindesynode" der PG Christus Salvator

Rund 40 Vertreter aus den Gemeindeteams, den Kirchenverwaltungen, den Verbänden wie Pfadfinder, Ministranten, Frauenbund, Kolping, ACK sowie Vertreter engagierter Gruppen wie Kindergottesdienst, Siloam, Musikverein und etliche, den Pfarreien verbundene Einzelpersonen hatten sich am Samstag  24.10. einen Vormittag Zeit genommen, um miteinander ins Gespräch zu kommen über das Thema „Christsein in Zeiten des Umbruchs“: Wie können wir Christsein heute leben? Was bedeutet das konkret für unsere Pfarrgemeinde?

In einer ersten Gesprächsrunde tauschten wir uns darüber aus, welche Erfahrungen gemacht werden, wenn man sich am Arbeitsplatz, im Bekanntenkreis, in Vereinen, in Schule und Jugendgruppe als engagiertes Gemeindemitglied „outet“. Neben Erstaunen, Ablehnung und undifferenziertem Unverständnis kommen dabei auch durchaus Reaktionen wie vorsichtiges Interesse, Erinnern an „schöne“ Momente und Aktionen. Manchmal kommen Menschen erst nach vielen Jahren wieder in Kontakt mit „Kirche“, etwa in Leid- und Krisensituationen, am Lebensende oder bei Taufe und  Erstkommunion des Enkelkindes, wo man dann feststellt, dass sich Kirche verändert hat, dass die „alten Klischees“, die man hat, nicht mehr zutreffen. 

Hilfreich in solchen herausfordernden Situationen kann das Kirchenbild von Bischof Stecher aus Innsbruck „Kirche im Vierfarbendruck“ sein, das Pastoralreferent Holger Oberle-Wiesli kurz erklärte. Nach diesem Bild steht der „Blaudruck“ der Kirche für die Kirche als Institution mit ihren Ämtern, Strukturen und Hierarchien. Auf dieser Ebene finden sich die meisten Vorbehalte und Auseinandersetzungen. Der „Rotdruck“ steht für die biblisch-theologisch-spirituelle Seite der Kirche. Welches sind die Quellen unseres Glaubens; wo kann ich auftanken und zur Ruhe kommen; was gibt mir Trost, Hoffnung, Freude, Sinn. Der „Gelbdruck“ steht für die pastorale, caritative Kirche: die vielen Hilfswerke der Solidarität im Großen wie im Kleinen. Im „Schwarzdruck“ findet sich die rein persönliche Kirchenerfahrung von Kirchenlust und Kirchenfrust. 
Vielleicht sollten wir öfter unterscheiden, von welchem „Farbendruck“ wir gerade reden, das könnte so manche sinnlose Diskussion verhindern.

Anhand von „Bildern“ ließen wir auf uns wirken, welches Kirchenbild heute trägt. Die idyllische Dorfkirche mit dem Pfarrhaus daneben? Das „Schiff, das sich Gemeinde nennt“ , von dem doch viele „von Bord“ gehen? Das Bild vom „Wochenmarkt“, wo man schaut, was im Angebot ist und was man sich nimmt? Das abendliche Lagerfeuer, wo man miteinander singt, plaudert, sich wärmt und wo am nächsten Morgen noch „die Glut unter der Asche“ da ist? Die Pfarrgemeinde als Pilgerherberge, wo man freundlich empfangen wird, ein offenes Ohr, Nahrung und Obdach bekommt und am nächsten Tag gestärkt weitergehen kann? Es wird für uns als Pfarrgemeinden die Herausforderung der nächsten Jahre sein, welches Kirchenbild wir umsetzen wollen und können.

In einer zweiten Gesprächsrunde stellten wir uns der Fragen, was es braucht, dass unsere Pfarrgemeinden zukunftsfähig bleiben bzw. was fehlen würde, wenn es Kirche und Gemeinde vor Ort nicht mehr geben würde. Fehlen würde eine wertebasierte Gemeinschaft, die unterschiedliche Menschen in Fragen von gegenseitigem Respekt und Wohlwollen, von Schöpfung und Nachhaltigkeit, von Frieden und Gerechtigkeit, von Solidarität und Nächstenliebe tragen kann. Fehlen würden „Kraftorte“, wo man zur Ruhe kommen, zu Sinnfindung, zu Erfahrung von Angenommensein finden kann. Fehlen würde der gemeinschaftliche Gottesdienst, wo man sich des Glaubens vergewissert und wo man die Nähe Gottes spüren kann.

Um zukunftsfähig zu bleiben, so die Ergebnisse der Gesprächsrunden, sollten Familien gestärkt, Jugendliche in säkularen Kontexten sprachfähig gemacht, Kooperationspartner gesucht, Gemeinschaftserlebnisse auf vielen Ebenen ermöglicht, und ältere, ans Haus gebundene sowie kranke Menschen nicht vergessen werden. In vielen dieser Bereiche sind wir schon gut aufgestellt. Es bleibt die Herausforderung, dies auch in den kommenden Jahren weiterzutragen und auszubauen. Dazu braucht es Überzeugung, Idealismus und  Gottvertrauen. Machen wir uns auf den Weg!

Gabi Scherpf
 

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